Indische Delegation entdeckt Lausitz als Zukunftsstandort und setzt auf Zusammenarbeit

Erste Weichen für künftige Kooperationen sind im Industriepark Schwarze Pumpe (ISP) beim Besuch einer hochrangigen Delegation aus dem rund 7000 Kilometer entfernten südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gestellt worden. Der ISP mit seinen mehr als 110 ansässigen Unternehmen und knapp 5000 Beschäftigten war für die Vertreterinnen und Vertreter aus der indischen Wirtschaft und Verwaltung eine Station auf ihrer Rundreise durch die Lausitz. Das Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit, so das Fazit nach dem Besuch, ist groß.
Im Industriepark Schwarze Pumpe, der auf der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen liegt, werden in den nächsten Jahren bedeutende Projekte umgesetzt. Geplant sind Neuansiedlungen und Erweiterungen ansässiger Unternehmen. Neue Jobs entstehen. Gesetzt wird in Zukunft unter anderem auf Kreislaufwirtschaft und grüne Technologien. Die ASG Spremberg GmbH managt und entwickelt den Industriepark.
Investitionen in Milliardenhöhe im Industriepark Schwarze Pumpe geplant
„Im Industriepark haben wir rund 20 geplante Investitionsvorhaben präsentiert, deren Gesamtvolumen sich auf mehrere Milliarden Euro beläuft. Die Delegation zeigte sich beeindruckt von der Dynamik und der klaren Ausrichtung auf Zukunftstechnologien“, sagt Alexander Scharfenberg von der ASG Spremberg GmbH. Er betreut für den Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe das Ansiedlungsmanagement. Einen Tag lang hatte er die indische Gästegruppe begleitet.
Zum Programm gehörte eine Rundfahrt. Dabei vermittelte Alexander Scharfenberg einen praxisnahen Eindruck vom Wirtschaftsstandort und stellte das bestehende Unternehmensportfolio vor. „Dieses reicht von Energieerzeugung und Energiespeicherung über die Papierindustrie bis hin zu Circular Economy, Anlagenbau und Maschinenbau. Das sind nur einige Beispiele. Die Vielfalt der ansässigen Unternehmen unterstreicht die industrielle Breite und die Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort“, so Alexander Scharfenberg.
Indische Fachkräfte für die Lausitz
Die Gäste aus Indien arbeiten in unterschiedlichen Branchen. Vertreten waren unter anderem die Bereiche Fachkräftesicherung, Kupferproduktion, Halbleiterindustrie, Tagebau, Anlagentechnik, Landwirtschaft sowie nachhaltige Entwicklung. Das Lausitz Investor Center und der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe haben die Delegation begleitet. Beide Partner stellten gemeinsam die Entwicklung der Region und ihre Zukunftschancen vor.

„Ein wichtiges Thema war die Sicherung von Fachkräften. Die Delegation aus Tamil Nadu zeigte großes Interesse daran, künftig Fachkräfte in die Region zu bringen“, sagt Alexander Scharfenberg. Wie könnte ein schrittweiser Einstieg funktionieren? „Zunächst könnte eine kleinere Gruppe von Auszubildenden nach Deutschland kommen. Auf dieser Basis könnten später größere Programme aufgebaut werden, um Fachkräfte gezielt auszubilden und auf den Einsatz in der Lausitz vorzubereiten“, fasst Alexander Scharfenberg das Ergebnis der Diskussion zusammen.
Potenzial für gemeinsame Projekte und Partnerschaften
Weitere Akteure ergänzten das Programm mit Beiträgen. Das Welcome Center des Landkreises Bautzen sowie das Unternehmen Jobventure aus Görlitz stellten ihre Ansätze und Angebote zur Fachkräftesicherung vor. Beide Partner zeigten konkrete Wege auf, wie internationale Fachkräfte erfolgreich integriert und langfristig gebunden werden können.
Profitieren kann die Lausitz von den in der Region bereits gut entwickelten Verbindungen nach Indien. Die indische Community an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus wurde von der Delegation als wichtige Brücke wahrgenommen. Sie kann den Austausch zwischen beiden Ländern stärken und den Einstieg für Fachkräfte erleichtern.
„Der Besuch hinterließ auf beiden Seiten einen positiven Eindruck. Die Gespräche waren offen und konstruktiv. Es entstanden erste Ideen und konkrete Ansätze für eine Zusammenarbeit. Wie sich diese Kontakte weiterentwickeln, wird sich in den kommenden Monaten zeigen“, sagt Alexander Scharfenberg und ergänzt: „Das Potenzial für gemeinsame Projekte und neue Partnerschaften ist in jedem Fall deutlich erkennbar.“
Bildtunterschriften: Eine Delegation aus Indien hat den Industriepark Schwarze Pumpe besucht. Zum Programm gehörte unter anderem eine Rundfahrt, bei der Alexander Scharfenberg (Foto unten) von der ASG Spremberg GmbH den Wirtschaftsstandort vorstellte. Fotos: ASG Spremberg GmbH/Alexander Scharfenberg

